Wenn ein fehlendes Bauteil ein ganzes Projekt gefährdet
Ausgangssituation
Ein Kunde aus der Medizintechnik entwickelte ein neues Gerät zur Blutdruckmessung. Für das Gehäuse und die Bedienungselemente wurden mehrere Kunststoffkomponenten benötigt:
- Ober- und Unterschale des Gehäuses
- Fenster für das Display
- Displayabdeckung
- mehrere Schalter aus Kunststoff
- eine Silikon-Schaltmatte für die Bedienung
Die Kunststoffteile wurden über unsere Produktionspartner gefertigt, die Silikon-Schaltmatte über einen spezialisierten Subunternehmer.
Das Projekt stand unter erheblichem Zeitdruck:
Für eine anstehende Fachmesse in Deutschland mussten funktionsfähige Muster rechtzeitig fertiggestellt werden.
Um Zeit für Transport und Abstimmungen zu sparen, entschied sich der Kunde, die Werkzeugabnahme direkt vor Ort in Asien durchzuführen.
Herausforderung
Während der Werkzeugabnahme wurden die ersten Bauteile produziert und zusammengebaut. Nach einigen kleineren Anpassungen an den Werkzeugen konnten wir innerhalb der geplanten Woche messefähige Muster herstellen.
Doch beim Zusammenbau der Geräte stellte der Entwicklungsleiter des Kunden plötzlich ein kritisches Problem fest:
Ein zusätzlicher Schalter war in der Konstruktion vorgesehen –
doch das Werkzeug dafür war nie beauftragt worden.
Ohne dieses Bauteil konnte das Gerät nicht vollständig montiert werden.
Damit war die Präsentation auf der Messe akut gefährdet.
Lösung
Noch in derselben Nacht suchten wir nach einer pragmatischen Lösung.
Statt ein komplett neues Werkzeug zu bauen – was mehrere Wochen gedauert hätte – entschieden wir uns für einen improvisierten Ansatz:
- Verwendung eines vorhandenen Werkzeugrahmens
- Herstellung einer passenden EDM-Elektrode
- Fräsen der benötigten Kontur in einen Werkzeugeinsatz über Nacht
Am nächsten Morgen konnten wir bereits die ersten Teile mustern.
Die Bauteile waren nicht für die Serienproduktion gedacht, erfüllten aber genau den Zweck, den wir brauchten:
Sie waren gut genug für funktionsfähige Messemuster.
Ergebnis
Als der Kunde am nächsten Tag zur Abreise bereitstand, konnten wir ihm einen Beutel mit den benötigten Schalter-Mustern überreichen.
Damit war es möglich:
- mehrere Geräte vollständig zu montieren
- funktionsfähige Prototypen zu präsentieren
- die Messeplanung einzuhalten
Das Projekt war gerettet.
Warum solche Lösungen möglich sind
Diese Situation zeigt einen wichtigen Vorteil unserer Arbeitsweise:
operative Präsenz und Flexibilität vor Ort in Asien.
Durch kurze Entscheidungswege, eingespielte Partner und hohe Fertigungskompetenz können wir auch unter Zeitdruck pragmatische Lösungen umsetzen.
Gerade in der Produktentwicklung entstehen immer wieder unerwartete Situationen. Entscheidend ist dann nicht nur die Planung – sondern vor allem die Fähigkeit, schnell Lösungen zu realisieren.
Fazit
Viele unserer Kunden begleiten wir über Jahre hinweg bei der Entwicklung und Produktion technischer Produkte.
Diese Partnerschaften funktionieren besonders gut, wenn beide Seiten wissen:
Wenn es kritisch wird, finden wir gemeinsam eine Lösung.